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"angie", dieses
wahnsinnige lied von den rolling stones. da hängen so viele erinnerungen
dran, die alle erwachen, wenn ich das lied höre, so wie jetzt, oder vorhin
im auto, wenn ich alleine bin und mich niemand hört, dann singe ich mit,
besser gesagt, ich schreie.
"my fight name is angie" sagte der terrorist fritz klein nach dem überfall
auf die opec in wien. die rockmusik hat schon was irre revolutionäres an
sich, das ist schon ein wahnsinns gefühl, sicher viel illusion dabei. aber
immerhin, das rüttelt einen doch auf, das bringt einen wieder hoch.
die fäuste ballen sich und irgendwie hilft es einem, die ganze scheiß
resignation zu überwinden, den alten kampfgeist trotz der ganzen miesen
erfahrungen zu erwecken. es hilft wieder zu leben, trotz alledem.
trotz repression, nato-doppel beschluß, umweltverschmutzung, kernkraftwerken
etc. trotz dieser langen liste von wörtern, die hier noch stehen könnten.
rolling stones.
vor ein paar jahren trampte ich mit julian zum stoneskonzert nach stuttgart.
wir machten blau, schwänzten samstags die schule, um mick jagger live zu
sehen, um street fighting man, jumpinjack flash, symphaty for the devil und
die ganzen anderen alten songs zu hören. um vor unserem provinzalltag zu
fliehen, um etwas zu erleben, um zu leben.
von ulm aus nahm uns ein dreißigtonner mit. das war schon ein irre "on the
road"-gefühl, das war freiheit, wie wir sie meinten. keine freiheit statt
sozialismus und keine freiheit durch sozialismus. das war freiheit trotz
einer beschissenen deutschen durchschnittsexistenz.
wir fühlten uns wie die letzten kinder keruaks, die letzten der
woodstockgeneration, wie die letzten fans der stones.
wir hielten unsere daumen in den wind der freiheit und uns konnte einfach
nichts passieren, wir waren von einer enormen euphorie gepackt.
es war einfach stark.
von leutkirch nach stuttgart zu stoppen, das war schon eine halbe weltreise.
es lenkte einen ab von den ganzen problemen, die man hatte.
probleme mit eltern,
frauen und schule.
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