ich lebe in einem bunker, weit weg von anderen menschen. ich lebe nicht gern in meinem bunker. zwar freiwillig, dennoch nicht gern. eigentlich lebe ich nur dortvweil mir das leben im bunker relativ erträglich scheint, relativ. ich lebe nicht gern im bunker.

die umstände, die mich dazu veranlaßten, in den bunker zu ziehen, der bis da­hin verlassen und unbemerkt im wald stand, will ich nicht anführen. sie wür­den wohl zu verworren, wahrscheinlich sogar unglaublich und unglaubwürdig klingen. ich selbst bezeichne meinen einzug in den bunker als flucht. wenn ich mit jemand darüber reden würde, würde ich mich nicht scheuen, von flucht zu reden, obgleich ich weder von der polizei noch sonst einer staatlichen institu­tion verfolgt wurde. der einzige vorteil, den mein bunker bietet, ist die sicher­heit, in meinem bunker bin ich so sicher, wie man nur sein kann. es ist wohl auch der grund, der mich dazu veranlaßte, in den bunker zu ziehen.

der bunker hat dicke, starke wände, die wohl unzerstörbar sind. dicke, starke wände, die mich schützen, die nichts durchlassen. die dicken, starken, schüt­zenden wände sind kalt, sehr kalt. ich lebe nicht gern in diesen schützenden wänden, doch ich lebe und inzwischen habe ich mich damit abgefunden.

ich habe mir in meinem bunker eine eigene welt aufgebaut, die von den mau­ern des bunkers umgrenzt ist. ich lebe nach meinen eigenen vorstellungen, le­be so, wie ich es will, wie ich es für gut halte. es gibt niemanden, der mir drein­redet. ich bin frei, innerhalb den wänden meines bunkers bin ich frei.

ich bin nicht glücklich in meiner welt. vielleicht liegt es daran, daß die mau­ern, die meine welt begrenzen, so kalt sind.

mein bunker hat auch eine türe, die zwar schwer zu öffnen ist, die sich aber öffnen läßt. ich benutze diese türe selten, da ich den bunker selten verlasse. und wenn ich ihn verlasse, dann nur für kurze zeit. außerdem sorge ich dafür, daß ich, falls es nötig sein sollte, mich sofort in den bunker zurückziehen kann.

natürlich besteht auch die möglichkeit, daß die tür von außen geöffnet wird. von irgendjemand, der sich die mühe macht, die große, schwere, eiserne türe aufzustoßen. doch wer macht sich schon die mühe?

zudem erweckt sie von außen den eindruck, daß sie verriegelt sei. sie ist es nicht, denn ich will sie nicht verriegeln, obgleich ich die möglichkeit hätte. vielleicht hoffe ich auch, daß jemand die türe von außen öffnet. vielleicht,

weil mir die mauern zu kalt sind. vielleicht hoffe ich. ich weiß es nicht, will es nicht wissen.

 

die hoffnung ist sicher nicht groß.